Arbeit mit geistig Behinderten – Bathildisheim

Bathildisheim

Der Bathildisheim e. V. hat erst kürzlich sein junges Bauprojekt in Wolfhagen eröffnet. Dort können Menschen mit Behinderungen in Wohngemeinschaften zusammenleben und ihren Alltag weitgehend selbst gestalten.

Menschen mit Behinderungen haben zum Beispiel Sprachstörungen und können ihren Gefühlen deshalb manchmal nur Ausdruck verleihen, indem sie handgreiflich werden. Um ein sicheres Arbeitsgefühl zu schaffen, habe ich mit der Belegschaft der Einrichtung in den vergangenen Wochen zusammengearbeitet.

Das Ziel war es vor allem, dass sich die Pfleger schützen können, ohne die Bewohner zu verletzen.

 

Warum es nicht immer nötig ist, zurückzuschlagen:

Ich habe sehr großen Wert darauf gelegt, den Teilnehmern eine Sache zu vermitteln:

Nicht bei allen Angriffen droht dem Betroffenen wirklich Gefahr!

Das Maß an Gefahr wird meistens an Dingen wie der Körpergröße des Angreifers festgemacht. Doch das ist nur ein Faktor, der den Ausgang einer Konfrontation allenfalls beeinflusst. Wirklich entscheidend ist etwas ganz anderes.

 

Was ist wirklich entscheidend?

In meiner Kindheit hatte meine Familie einen West Highland Terrier, namens Felix. Das ist eine Hunderasse mit einer Schulterhöhe von knapp 30 cm.

Alle anderen Hunde in dem Dorf, in dem ich aufgewachsen bin, hatten Angst vor Felix. Auch Riesenschnauzer, Collies und Huskys, die teilweise doppelt so groß und schwer waren wie unser Hund. Aber man müsste doch eigentlich meinen, dass diese Hunde allesamt nichts vor Felix zu befürchten hatten.

Felix war nicht sehr groß, aber er hatte ein extremes Aggressionspotential. Er war bissig und hat fast jeden Hund angegriffen, wenn er die Gelegenheit bekommen hat und das mit dem Willen, die anderen Hunde wirklich zu verletzen. Diese konnten sich teilweise gar nicht wehren, weil sie ein viel zu gutherziges Wesen hatten.

Damit hat Felix jeden Hund eingeschüchtert: Es war sein Aggressionspotential.

Körperliche Überlegenheit und Bewaffnung gibt einem Angreifer natürlich einen Vorteil, aber entscheidend ist der Kampfgeist.

 

Und was bedeutet das jetzt für die Arbeit mit behinderten Menschen?

Geistig behinderte Menschen werden manchmal handgreiflich, wollen aber niemandem etwas Böses. In diesen Fällen droht auch keine große Gefahr, der man mit schweren Kampfhandlungen begegnen müsste.

Deshalb lagen die Schwerpunkte auf Griffbefreiungen und Notfalls Fesselgriffe zu zweit. Aber auch zum Beispiel sich nicht an der Kleidung ziehen zu lassen war ein Thema.

 

Die Teilnehmer haben dabei ein großes Engagement gezeigt und gute Fortschritte gemacht. Die Arbeit hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich hoffe wir sehen uns nächstes Jahr wieder.

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